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Starker Digitalisierungsaufschwung dank Corona

Der Global Digital Sentiment Survey widmet sich dem Einfluss der Coronapandemie 2020/21 auf die Nutzung digitaler Dienste weltweit. Elf Bereiche – darunter Bildung, Gesundheit und Telekommunikation – wurden untersucht. Dabei liegt der Hauptfokus einerseits auf der Zufriedenheit der Befragten mit den beanspruchten Diensten. Andererseits stellt sich die Frage, wie dauerhaft der durch Corona bewirkte Digitalisierungsschub sein wird. Die folgenden Ergebnisse spiegeln die Lage in Deutschland wieder.

Seit dem Ausbruch der Pandemie nutzen 9 von 10 Konsumentinnen und Konsumenten digitale Dienste oder Medien. Gerade bei den unter 25-Jährigen ist diese Zunahme am größten. Doch auch die Nutzungsrate bei den über 65-Jährigen hat sich mehr als verdoppelt. 46 % der neuen Nutzerinnen und Nutzer digitaler Kanäle nutzten diese nur aufgrund der Pandemie. Fast jede/ jeder zweite Deutsche mit Internetzugang hat erstmals neue digitale Dienste genutzt. Dieser sogenannte Covid-19-Wachstumseffekt ist besonders in den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Bildung und dem öffentlichen Sektor sowie der öffentlichen Verwaltung bemerkbar.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sahen aber auch Verbesserungspotenzial in fünf Bereichen für digitale Dienste, beispielsweise beim Datenschutz und der IT-Sicherheit sowie der Bedienfreundlichkeit. Mangelnder Datenschutz ist die größte Sorge der Befragten bei der Nutzung von Onlineangeboten. Der Datenschutz nimmt hier eine noch größere Rolle ein als die Sicherheit von Onlinebanking. Dabei haben deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher im internationalen Vergleich das geringste Vertrauen in digitale Angebote.

Mit dem Abflauen der Pandemie lässt die Nutzung digitaler Kanäle nach, physische Kontaktmöglichkeiten werden wieder wichtiger. Deutschland bildete schon vor der Pandemie in Europa eins der Schlusslichter in Sachen Nutzung digitaler Kanäle. Nach Abklingen des Covid-19-Effekts sinkt Deutschland mit der Schweiz zusammen international an die letzte Stelle der Nutzungsrate von digitalen Kanälen. Es ist abzusehen, dass die durch die Pandemie erreichte hohe Neunutzungsquote langfristig keinen stabilen Zuwachs bedeuten wird, wenn nicht neue Reize und mehr Vertrauen in digitale Dienste geschaffen werden.