Die Ergebnisse einer Bitkom-Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, die im Juli und August 2025 stattfand, zeigen, dass 62 % der Unternehmen in Deutschland personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU übertragen, um auf Cloud-Angebot (96 %), Kommunikations- und Videokonferenzsysteme (90 %) oder einen 24/7-Sicherheitssupport (66 %) zuzugreifen.
Die Daten fließen überwiegend an externe Dienstleister (45 %), Geschäftspartner (41 %) und Konzerneinheiten (19 %). Die Hauptzielländer der Datentransfers außerhalb der EU sind die USA (61 %), gefolgt von Großbritannien (43 %), Indien (24 %) sowie weiteren Ländern wie Japan, China und der Ukraine.
Rechtlich stützt sich die große Mehrheit der Unternehmen auf Standardvertragsklauseln (80 %), während Binding Corporate Rules (23 %), das EU-US-Data-Privacy-Framework (21 %) und Einwilligungen (12 %) deutlich seltener zum Einsatz kommen. Fast ein Fünftel der Unternehmen gibt an, die eigenen Transferpraktiken derzeit noch anzupassen. Ein Verzicht auf internationale Datentransfers hätte nach Einschätzung der befragten Unternehmen weitreichende wirtschaftliche Folgen: Höhere Kosten (75 %), Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Unternehmen (71 %) und Einschränkungen globaler Lieferketten (66 %) werden jeweils von klaren Mehrheiten genannt. Zudem könnte mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 %) bestimmte Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr oder nur in eingeschränkter Qualität anbieten.
Vor diesem Hintergrund werden die bestehenden Regelungen in der Praxis als unzureichend wahrgenommen. 78 % der Unternehmen fordern deshalb von der Politik mehr Rechtssicherheit bei internationalen Datentransfers.


