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KI-Nutzung im Beruf unter Frauen deutlich seltener als bei Männern

Die Studie der Initiative D21 e.V. findet einen Gender AI Gap bei der Nutzung von KI und verdeutlicht, welche Folgen geschlechtsspezifische Unterschiede für Gleichstellung, Innovationsfähigkeit und berufliche Chancen haben.

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Die Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz“ der Initiative D21 e.V. untersucht, ob und warum sich bei der Nutzung von KI neue geschlechterspezifische Ungleichheiten abzeichnen und wie sie verhindert werden können. Dafür wurden im Juli 2024 Daten von 4.806 erwerbsfähigen und deutschsprachigen Personen zwischen 14 und 69 Jahren erhoben.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen „Gender AI Gap“. Frauen nutzen KI-Anwendungen im beruflichen Alltag um rund 16 Prozentpunkte seltener als Männer. Wenn zusätzliche Faktoren wie Alter, Bildung, Einkommen, beruflicher Kontext und Kompetenzen statistisch berücksichtigt werden, verringert sich der Abstand auf rund acht Prozentpunkte.

Besonders groß ist der Geschlechterunterschied bei der regelmäßigen und intensiven Nutzung von KI, also insbesondere dort, wo die KI-Nutzung zur selbstverständlichen Integration werden kann. Die bestehenden Nutzungsunterschiede haben dabei Auswirkungen auf berufliche Chancen, die Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. So haben Frauen, die KI-Anwendungen seltener nutzen, Schwierigkeiten, langfristig entsprechende Kompetenzen aufzubauen, sind seltener in strategische Implementierungsprozesse eingebunden und prägen Einsatzszenarien weniger mit. Dadurch können langfristig bestehende Ungleichheiten, etwa bei Karriere und Einkommen, verstärkt werden.

Auch das berufliche Tätigkeitsfeld wirkt sich auf die Verbreitung der KI-Nutzung aus, auch wenn dort Geschlechterunterschiede nicht signifikant sind. Während Beschäftigte in technischen und kreativen Berufen KI besonders häufig einsetzen, ist die Nutzung im Handwerk und in Planungstätigkeiten deutlich geringer ausgeprägt. Entscheidend sind dabei die betrieblichen Rahmenbedingungen. In Unternehmen, die KI gezielt einsetzen, digitale Anwendungen erproben und entsprechende Weiterbildungsangebote bereitstellen, erhöht sich die Nutzungsrate.

Der Gender AI Gap ist nicht nur eine Gleichstellungsfrage, sondern auch relevant für Innovation, Fachkräftesicherung und die Gestaltung der digitalen Transformation. Um die Nutzung von KI zu fördern und den Gender AI Gap zu verringern ist es besonders wichtig, dass ein konkreter Mehrwert von KI im Arbeitsalltag erkennbar ist und Unternehmen gezielt Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote anbieten.