Die Erhebung des KfW Mittelstandspanels aus dem Frühjahr 2025 zeigt, dass der Anteil der mittelständischen Unternehmen, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, in den vergangenen sechs Jahren um das 5-fache auf 20 % gestiegen ist. KI wird vor allem von besonders innovativen Unternehmen, ohne eigene Forschung und Entwicklungsaktivitäten (FuE), eingesetzt (19 %), da sie häufig bereits Erfolge bei Innovationsprojekten erlebt haben und dadurch Erfahrung in der Einführung von Neuerungen haben. Die höchste Nutzung von KI findet in Unternehmen mit FuE statt (33 %), insbesondere in Unternehmen, in denen dies kontinuierlich erfolgt (38 %). Auch Digitalisierungsaktivitäten zeigen Auswirkungen. So setzen Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsaktivitäten, aber ohne Digitalisierungsstrategie (26 %) KI weniger häufiger ein, als Unternehmen mit einer klaren Digitalisierungsstrategie (35 %). Dem gegenüber stehen Unternehmen ohne Hochschulabsolventen, ohne Innovationen und FuE, von denen nur in 8 % der Unternehmen KI eingesetzt wird. Auch Unternehmen ohne Digitalisierungsaktivitäten weisen mit 19 % einen geringeren KI-Einsatz auf.
Der Einsatz von KI hängt in Unternehmen von drei zentralen Voraussetzungen ab: dem Zugang zu hochwertigen Daten, ausreichende Rechenkapazitäten und dem nötigen Fachwissen. Für eine schnellere Verbreitung sind Investitionen in Infrastruktur, ergänzende Technologien wie Cloud Computing sowie anwendungsspezifische Anpassungen nötig. Haupthindernisse bei der Nutzung von KI sind unter anderem Fachkräftemangel, begrenzte Zeitressourcen und Unsicherheiten bezüglich Sicherheit, Leistung und Zuverlässigkeit von KI-Systemen.
Der Bericht geht davon aus, dass KI den deutschen Arbeitsmarkt voraussichtlich nur moderat verändern wird. Über die nächsten 15 Jahre hinweg, soll die Beschäftigung weitgehend stabil bleiben. Neue Investitionen schaffen zwar zunächst leichte Beschäftigungszuwächse, Produktivitätsgewinne führen anschließend aber wieder zu kleinen Rückgängen, bevor neue Tätigkeitsfelder die Lage wieder ausgleichen. Insgesamt sind von den Veränderungen etwa 1,6 Millionen Arbeitsplätze betroffen. Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, sind eine weitreichende Verbreitung, gezielte Investitionen und eine systematische Umsetzung notwendig.


