Im Jahr 2025 fand die achte jährliche Erhebungswelle der Mediensuchtstudie „OTTER“ der Krankenkasse DAK und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) statt. Dabei wurden 1.005 zehn- bis 17-Jährige online zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt.
Die Ergebnisse zeigen, 39 % der Kinder und Jugendlichen nutzen mindestens einmal pro Woche generative KI. Unter den befragten Kindern und Jugendlichen sind 7 % der Meinung, dass ein KI-Chatbot sie oft oder sehr oft besser verstehen würde, als ein Mensch. Etwa 9 % der Befragten fühlen sich einem derartigen Chatbot (sehr) oft sehr vertraut und knapp 6 % erzählen dem Chatbot Dinge, die sie nur engen Freunden anvertrauen würden. Zudem geht ein stärker ausgeprägtes Bindungsverhalten gegenüber KI-Chatbots bei Befragten mit höheren Werten bei psychosozialen Belastungen wie Depressivität einher. So geben unter den befragten Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven Symptomatik 33 % an, dass sie ein Chatbot besser verstehen würde als ein Mensch.
Es zeigt sich, dass KI-Systeme für Jugendliche teils sozial-emotionale Funktionen erfüllen können. Dies verdeutlicht zwar das Potenzial positiver Effekte des Einsatzes von Chatbots als Therapiemaßnahme, allerdings sind die von Jugendlichen hauptsächlich genutzten Chatbots kommerziell orientiert und ihr Einsatz wird nicht von Fachpersonal begleitet, was zusätzliche gesundheitliche Risiken birgt.


