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Wunsch nach digitaler Souveränität groß

Die Bevölkerung sieht digitale Abhängigkeiten als Risiko und wünscht sich mehr Angebot an deutschen und europäischen Technologien.

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Eine repräsentative telefonische Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2025 unter 1.156 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass digitale Abhängigkeiten in der deutschen Bevölkerung als ernstzunehmendes Risiko wahrgenommen werden. Nahezu alle Befragten (96 %) äußern die Sorge, dass Deutschland im Bereich der Digitalisierung zu stark vom Ausland abhängig ist. Entsprechend deutlich fällt auch die Erwartung an die Politik aus: 97 % der Befragten sind der Meinung, dass die Bundesregierung mehr unternehmen müsse, um die digitale Unabhängigkeit Deutschlands grundsätzlich zu sichern.

Ein zentraler Begriff ist hier digitale Souveränität. Darunter wird ein Zustand verstanden, in dem ein Land über eigene substanzielle Kompetenzen in digitalen Schlüsseltechnologien verfügt und selbstbestimmt entscheiden kann, aus welchen Ländern es digitale Technologien bezieht. Der Mehrheit der Bevölkerung ist dieses Konzept zumindest dem Namen nach bekannt. So geben 63 % an, bereits von digitaler Souveränität gehört zu haben und ungefähr oder genau zu wissen, was damit gemeint ist.

In diesem Kontext zeigen sich deutliche Unterschiede im Vertrauen in digitale Produkte je nach Herkunftsland. Die größte Skepsis besteht gegenüber chinesischen Produkten: 46 % der Befragten geben an, nur sehr geringes oder gar kein Vertrauen zu haben, weitere 19 % äußern eher geringes Vertrauen. Auch gegenüber Produkten aus den USA bestehen Vorbehalte, wenn auch weniger ausgeprägt: 28 % vertrauen ihnen sehr wenig oder gar nicht, weitere 19 % eher wenig. Das höchste Vertrauen genießen hingegen Produkte deutscher Hersteller, denen 85 % der Befragten sehr oder eher vertrauen. Es folgen Anbieter aus anderen EU-Staaten (66 %) sowie aus Japan (65 %).

Aus der Sorge um Abhängigkeiten leitet sich ein klarer Wunsch nach stärkeren heimischen und europäischen Angeboten ab. So äußern 69 % der Befragten den Wunsch nach mehr digitalen Geräten, Technologien und Dienstleistungen aus Deutschland und Europa.