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Jugendliche lehnen ein Verbot Sozialer Medien mehrheitlich ab

Kinder und Jugendliche fordern stärkere Schutzmaßnahmen auf Plattformen sowie mehr Verantwortung der Anbieter für das Schaffen altersgerechter digitaler Räume.

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In der von UNICEF Deutschland beim SINUS-Institut in Auftrag gegebenen Befragung, wurde im April 2026 1.072 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren online zu Risiken und Chancen sowie zu einem Verbot von Sozialen Medien befragt.

Die Befragung zeigt, dass Jugendliche in Deutschland Soziale Medien differenziert bewerten. Zwar nehmen sie Risiken wie Cybermobbing und Hassrede (50 %), Falschinformationen oder Fake News (42 %) oder exzessive Nutzung (74 %) wahr, betonen gleichzeitig jedoch auch die positiven Aspekte Sozialer Medien, insbesondere für soziale Kontakte (82 %) und Inspiration (74 %). Für 38 % dder Befragten überwiegen die Vorteile Sozialer Medien, für 46 % sind Vor- und Nachteile gleich gewichtig. Nur 16 % sehen die Nachteile Sozialer Medien überwiegen. Pauschale Verbote Sozialer Medien für unter 16-Jährige, die als wenig wirksam und leicht umgehbar eingeschätzt werden, lehnen 46 % der Befragten ab. Altersgrenzen für jüngere Kinder unter 14 Jahren werden hingegen von 54 % der Jugendlichen eher befürwortet.

Statt Verboten sprechen sich die Jugendlichen vor allem für stärkere Schutzmaßnahmen auf Plattformen aus. Dazu zählen strengere Inhaltsmoderation, wirksame Filtermechanismen sowie standardmäßig aktivierte Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen. Die Verantwortung sehen die Befragten hier zu 42 % primär bei den Plattformbetreibern, weniger bei Staat oder Eltern.

Das Fazit der Studie ist somit, anstelle eines Verbots Kinder und Jugendliche stärker in politische und regulatorische Entscheidungen einzubeziehen, Medienkompetenz systematisch zu fördern und Technologieunternehmen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Ziel sei die Schaffung sicherer, altersgerechter digitaler Räume, die sowohl Schutz als auch gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen gewährleisten.