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Kinder und Jugendliche als Influencer in WhatsApp-Kanälen

Die Studie untersuchte die Nutzungsmotive, die geteilten Inhalte und potenziellen Risiken von WhatsApp-Kanälen bei Kindern und Jugendlichen.

bidt Themenmonitor

Eine qualitative Studie aus dem Jahr 2026 der Landesanstalt für Medien NRW untersuchte die Nutzungsmotive, Inhalte und Risiken von WhatsApp-Kanälen bei Kindern und Jugendlichen. Hierfür wurden 12 Interviews mit 12–18-Jährigen geführt und eine Inhaltsanalyse von 100 WhatsApp-Kanälen Minderjähriger durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Funktion, Texte oder Medien als Broadcast-Format an ein potenziell unbegrenztes Publikum zu senden, eine hohe Anziehungskraft besitzt. Gerade bei Jüngeren dienen die Kanäle oft als elterlich weitgehend unüberwachte Alternative zu oft verbotenen Sozialen Medien, wobei Followerzahlen als Statusindikator fungieren. Bereits Kinder ab 10 Jahren betreiben eigene Kanäle und posten sehr regelmäßig: 80 % der jungen Besitzer von WhatsApp-Kanälen posten täglich, 73 % sogar mehrmals am Tag. Dabei teilen sie häufig interaktive Inhalte wie Abstimmungen oder Q&A-Sessions und nutzen Verlinkungen zu externen Plattformen oder Gruppen zur Anschlusskommunikation.

Zudem zeigt sich ein recht sorgloser Umgang mit privaten Daten. Obwohl die Kanäle öffentlich einsehbar sind, teilt die Mehrheit unzensierte Fotos oder Videos von sich selbst. In 8 % der untersuchten Kanäle veröffentlichten Kinder und Jugendliche Bilder, auf denen ihr Wohnort erkennbar war.

Die Autoren sehen in WhatsApp-Kanälen zwar eine kreative Plattform zur Selbstdarstellung und Vernetzung für Heranwachsende. Sie weisen aber auch auf die potenziellen Gefahren hin, die durch das offene Prinzip der Kanäle und die häufige Naivität der teils sehr jungen Nutzerinnen und Nutzer entstehen können.“