Eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter 602 deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten zeigt: Die Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen schreitet nur langsam voran. Zwar sehen sich 48 % der Unternehmen als Vorreiter oder an der Spitze beim Thema Digitalisierung, fast die Hälfte betrachtet sich aber weiterhin als Nachzügler.
Ein sichtbarer Schritt in Richtung Digitalisierung ist die Reduktion von Papier in Büros: 72 % der Unternehmen setzen weniger Papier ein, über die Hälfte hat die Anzahl der Aktenordner verringert. Und auch in der Kommunikation setzt sich digitales durch: Messenger und Kollaborationssoftware gewinnen, Brief und Fax verlieren an Bedeutung.
Obwohl sich der Fortschritt nur langsam zeigt, verfolgen Unternehmen konkrete Ziele mit der Digitalisierung. Die überwiegende Mehrheit erhofft sich durch die Digitalisierung von Prozessen eine Steigerung der Nachhaltigkeit (94 %), Kostenersparnisse (92 %), Effizienzsteigerungen (77 %) und eine Entlastung ihrer Beschäftigten (74 %). Digitalisierung soll zudem Kundennähe (88 %) und Wettbewerbsfähigkeit (85 %) stärken sowie die Arbeitgeberattraktivität (74 %) erhöhen.
Auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zeigen Unternehmen in Deutschland Zurückhaltung, erkennen gleichzeitig aber auch Chancen. So glauben fast zwei Drittel (63 %) der Unternehmen, dass Beschäftigte unter anderem bei Routineaufgaben in der Verwaltung künftig durch den KI-Einsatz entlastet werden können. 44 % erwarten eine deutliche Steigerung der Produktivität durch den Einsatz von KI.
Insgesamt geben 20 % der deutschen Unternehmen an, KI für die Verarbeitung von E-Mails einzusetzen, 17 % für die Fehlersuche bei der Buchhaltung. Gründe für den zurückhaltenden Einsatz sind zum einen Skepsis auf Seiten der Beschäftigten (53 %), Bedenken gegenüber Abhängigkeiten von ausländischen Technologien (60 %) und das Warten auf Erfahrungsberichte von anderen Unternehmen (75 %).


