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Langsame Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland

Von den 7.509 Online-Verwaltungsleistungen, die bereits 2022 umgesetzt werden sollten, sind im Jahr 2026 bundesweit kaum mehr als 823 flächendeckend verfügbar.

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Das Behörden-Digimeter des Instituts der deutschen Wirtschaft erfasst jährlich den aktuellen Stand des E-Governments und der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. Das Gutachten 2026 zeigt, dass die vom Onlinezugangsgesetz bis Ende 2022 vorgeschriebene Digitalisierung von 577 Verwaltungsangeboten bislang nicht erreicht wurde. Im März 2026, vier Jahre nach Ablauf der ursprünglichen Frist, hatte kein Bundesland mehr als die Hälfte der geforderten Leistungen flächendeckend umgesetzt.

Nordrhein-Westfalen ist hinsichtlich umgesetzter Online-Verwaltungsdienstleistungen zwar Vorreiter, doch zeigt sich auch dort das grundlegende strukturelle Problem: Während rund 43 % der Einzelleistungen zumindest in einzelnen Kommunen oder Kreisen implementiert sind, fehlt es weiterhin an einer systematischen Umsetzung über alle Kommunen hinweg. Dies deutet auf ein grundlegendes Funktionsdefizit des „Einer-für-Alle“-Prinzips hin, das eigentlich eine effiziente Skalierung bereits entwickelter Lösungen innerhalb des föderalen Systems ermöglichen sollte.

Die Ursachen liegen nicht allein in unzureichenden Digitalisierungskapazitäten, sondern ebenso in mangelhaften Koordinations- und Transfermechanismen zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen. Das neu eingerichtete Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung verfolgt das Ziel, beide Dimensionen gleichermaßen zu adressieren. Konkrete Maßnahmen zur Digitalisierung und zum Bürokratieabbau wurden bislang jedoch nur vereinzelt umgesetzt.