Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Schlüsseltechnologie für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Eine im Sommer 2025 durchgeführte Onlinebefragung unter 500 IT-Entscheiderinnen und -entscheidern im Auftrag von eco zeigt, dass KI in deutschen Unternehmen bereits weit verbreitet ist. Bundesweit werden KI-basierte Technologien und Anwendungen von rund zwei Drittel der Unternehmen eingesetzt.
Dabei wird allerdings ein deutliches Ost-West-Gefälle sichtbar: Während 71 % der Unternehmen in Westdeutschland bereits KI einsetzen, ist der Anteil in Ostdeutschland mit rund 52 % deutlich geringer. Die vergleichsweise niedrige KI-Nutzung in Ostdeutschland führen die Studienautorinnen und -autoren vor allem auf Misstrauen gegenüber neuen Technologien sowie auf strukturelle Defizite zurückzuführen.
Auf Unternehmen in Deutschland allgemein bezogen werden weitere Hürden bei der Einführung von KI-Tools in Unternehmen identifiziert. Darunter vor allem regulatorische Unsicherheiten. So sehen 41 % der Unternehmen die unklare Rechtslage als zentrales Hindernis für den Einsatz innovativer KI-Anwendungen, da bislang weder verbindliche Leitlinien und Standards entwickelt noch das nationale Umsetzungsgesetz für den europäischen AI Act verabschiedet wurden. Neben rechtlichen Fragen spielen auch Sicherheitsbedenken eine wichtige Rolle: 41 % der Befragten äußern Vorbehalte in diesem Bereich. Weitere Hürden sind fehlende Kompetenzen in Unternehmen (30 %) sowie fehlende Geschäftsmodelle und Einsatzmöglichkeiten für KI-Anwendungen (28 %).
Insgesamt bewerten IT-Entscheidende den Digitalstandort Deutschland kritisch. Nur 10 % der Befragten halten Deutschland für gut auf kommende KI-Entwicklungen vorbereitet. Entsprechend fällt auch das Urteil zur digitalen Transformation aus: 72 % der IT-Entscheidenden bewerten den Stand der Digitalisierung in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht, ein Drittel vergibt sogar die Note „ungenügend“.


