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Gerechterer Zugang zu Homeoffice seit der Coronapandemie

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) untersucht im Rahmen seiner Studie „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“ anhand Daten aus dem Hochfrequenten Online Personen Panel (IAB-HOPP) geschlechts- und familienspezifische Unterschiede beim Homeoffice in Deutschland. Die Auswertung umfasst Daten von Mai bis August 2020.

Die vor Ausbruch der Coronapandemie existierenden Unterschiede in der Homeoffice-Nutzung nach Geschlecht und Familienstatus haben im Zuge der Studie abgenommen. Dies war auch dann zu beobachten, als strenge Maßnahmen zur Kontaktreduzierung im Zuge der Eindämmung der Coronapandemie wieder aufgehoben waren. Zu diesem Ergebnis kommen die Autorinnen und Autoren der Studie. So arbeiteten Väter beispielsweise im August 2020 nicht mehr häufiger im Homeoffice als kinderlose Männer und Frauen, wie es vor der Pandemie der Fall war. Auch der ungleiche Zugang zu Homeoffice verringerte sich: Vor der Pandemie war es für Frauen oftmals schwieriger als für Männer, von zu Hause aus zu arbeiten, da sie von ihrem Arbeitgeber seltener eine Erlaubnis dazu bekamen. Nach Beginn der Pandemie ging diese strukturelle Hürde insbesondere für Mütter zurück. Die Sorge vor Stigmatisierung bei einer Homeoffice-Nutzung sank bei allen Gruppen gleichermaßen. Der langfristige Wandel der Arbeitsplatzkultur kann den Autorinnen und Autoren der Studie zufolge daher relevante Auswirkungen auf Gendergerechtigkeit am Arbeitsplatz haben.