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Fachkräftemangel und Cybersicherheit

Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl der Cybersecurity-Stellen stark an. Durch den starken Fachkräftemangel bleibt die Gefahr für die Cybersicherheit allerdings bestehen.

bidt Themenmonitor

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat für den Zeitraum 2019 bis 2024 rund 82 Millionen Online-Stellenanzeigen ausgewertet, darunter 1.148.955 mit Cybersicherheitsbezug. Die Analyse zeigt, dass die Nachfrage nach Fachkräften mit Cybersicherheitskompetenzen in Deutschland in diesen fünf Jahren deutlich gestiegen ist – von 117.000 auf 203.000 Stellenanzeigen pro Jahr. Der relative Anteil blieb 2024 mit 1,59 % trotz eines konjunkturbedingten Rückgangs der Gesamtzahl an Stellen stabil.

Haupttreiber dieser Entwicklung sind wachsende Bedrohungen durch Cyberangriffe, steigende regulatorische Anforderungen wie die NIS-2-Richtlinie der EU und der Schutz kritischer Infrastrukturen. Besonders gefragt sind Fachkräfte in Behörden mit Sicherheitsbezug, in der Energieversorgung, Verteidigung, IT, Beratung und im Automotive-Bereich.

2024 stiegen die Investitionen in IT-Sicherheit auf 11,2 Mrd. Euro, doch der Fachkräftemangel bleibt. Künstliche Intelligenz wird zwar verstärkt zur Erkennung und Abwehr von Angriffen eingesetzt, verschärft aber zugleich die Bedrohungslage durch automatisierte und gezielte Angriffe. Die Analyse fordert deshalb verstärkte Aus- und Weiterbildung, Umschulung sowie internationale Anwerbung, um den steigenden Bedarf zu decken und Cybersicherheit langfristig als zentralen Wirtschaftsfaktor zu sichern.