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Defizite bei digitaler Medienkompetenz

Nur ein Viertel der Internetnutzenden traut sich zu, Falschinformationen online zu erkennen. Vor allem ältere Menschen fühlen sich unsicher.

bidt Themenmonitor

Eine repräsentative, telefonische Befragung unter 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland zeigt deutliche Defizite bei der digitalen Medienkompetenz.

Lediglich etwas mehr als ein Viertel (26 %) der Internetnutzenden glaubt, Falschinformationen im Internet zuverlässig erkennen zu können. Dabei gibt es deutliche Altersunterschiede: Unter den 16- bis 29-Jährigen fühlt sich etwa ein Drittel (32 %) bei der Erkennung von Fehlinformationen sicher, bei den über 75-Jährigen hingegen nur 7 %. Noch geringer ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, manipulierte Bilder oder Videos zu identifizieren. Insgesamt geben nur 17 % an zu wissen, wie sich solche Inhalte erkennen lassen. Auch hier schätzen sich jüngere Internetnutzende deutlich kompetenter ein als ältere.

Diese Unsicherheiten spiegeln sich auch in der Selbstbewertung wider. Im Durchschnitt vergeben Internetnutzerinnen und -nutzer für ihre eigene Medienkompetenz lediglich die Schulnote 3,1. Auch bei der Bewertung der eigenen Kompetenz zeigen sich deutliche Altersunterschiede. 16- bis 29-Jährige bewerten ihre digitalen Fähigkeiten im Schnitt mit der Note 2,5, die 30- bis 49-Jährigen mit 2,9. Ab einem Alter von 50 Jahren fällt die Selbsteinschätzung überwiegend nur noch „befriedigend“ oder schlechter aus und erreicht bei den über 75-Jährigen mit der Note 4,1 ihren Tiefpunkt.

Die Folgen der niedrigen Medienkompetenz werden im Alltag deutlich. So gibt rund die Hälfte der Befragten an, bereits auf ein Deepfake hereingefallen zu sein. 57 % der Befragten haben Werbung schon einmal für einen journalistischen Beitrag gehalten. Zudem prüfen nur 44 % der Internetnutzenden Inhalte regelmäßig, bevor sie diese weiterverbreiten.