Das Working Paper analysiert, welche Bedeutung der Organisationskultur im Kontext der digitalen Transformation von Unternehmen sowie bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen zukommt. Grundlage bildet eine strukturierte Literaturanalyse (2015–2025) die Perspektiven aus Information Systems und Organisation Studies sowie Arbeiten zu KI/ML integriert. Es werden vier zentrale Leitfragen betrachtet: Welche Bedeutung hat Organisationskultur für den Erfolg von DT-Projekten und -Programmen? Was kennzeichnet eine DT-fördernde Kultur? Mit welchen Ansätzen lässt sich Kultur „digitalisieren“? Welchen Einfluss hat Digitalkultur bei der Implementierung von maschinellem Lernen und KI? Die Studienlage unterstreicht die zentrale Bedeutung der Organisationskultur für eine erfolgreiche digitale Transformation.
Das Wichtigste in Kürze
Die Ergebnisse zeigen, dass die Organisationskultur sowohl Enabler als auch Barriere für die digitale Transformation sein kann. Vor dem Hintergrund der betrachteten Literatur lassen sich fünf Kernattribute einer „Digitalkultur“ konzeptualisieren: Agilität, Innovation, digitales Mindset, digitale Führung und Kollaboration. Eine gezielt entwickelte Digitalkultur erhöht die Anpassungsfähigkeit, Innovationskraft und Transformationsgeschwindigkeit von Unternehmen und damit den Erfolg der digitalen Transformation.
Zentrale Erkenntnisse und Implikationen
Kultur wirkt als Enabler und Barriere zugleich
Fehlender Kulturwandel führt häufig zu organisationaler Trägheit, Projektverzögerungen oder zum Scheitern digitaler Initiativen. Eine unterstützende Digitalkultur fördert hingegen Innovation und Veränderungsfähigkeit.
Fünf Kernattribute prägen eine digitale Organisationskultur
Agilität, Innovationsorientierung, digitales Mindset, digitale Führung sowie Kollaboration. Diese Elemente bündeln zentrale kulturelle Anforderungen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben.
Digitaler Kulturwandel ist ein iterativer Prozess
Statt einmaliger Großprojekte haben sich agile, schrittweise Change-Ansätze mit Pilotierung, Skalierung und kontinuierlichem Monitoring als wirksam erwiesen.
Digitalkultur gewinnt im Kontext von KI weiter an Bedeutung
Die Implementierung von Künstlicher Intelligenz erfordert insbesondere Offenheit, Lernbereitschaft und eine ausgeprägte Datenkultur. Ohne entsprechende kulturelle Voraussetzungen bleiben KI-Potenziale ungenutzt.
Das Idealbild der Digitalkultur ist kontextabhängig
Viele in der Literatur beschriebene Ansätze orientieren sich stark an Tech-Unternehmen. Ihre Übertragbarkeit auf etablierte Industrieunternehmen ist jedoch nicht selbstverständlich und bedarf differenzierter Betrachtung.
Insgesamt zeigt das Working Paper, dass digitale Transformation einen kulturellen Wandel auf Unternehmensebene erfordert, der strategisch gestaltet, kontinuierlich weiterentwickelt und an den jeweiligen Unternehmenskontext angepasst werden muss. Digitalkultur ist damit kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche, nachhaltige digitale Transformation.
Forschungsprojekt




