In der vorliegenden bidt-Befragung wird die Meinung der Bevölkerung zu einem möglichen Verbot Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche sowie zu einer generellen Klarnamenpflicht in Sozialen Medien untersucht. Neben repräsentativen Ergebnissen für die Onlinebevölkerung in Deutschland, werden auch Ergebnisse für die Onlinebevölkerung in Bayern im Vergleich bereitgestellt.
Das Wichtigste in Kürze
Über die Nutzung Sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche und deren Folgen ist in Deutschland aktuell eine größere gesellschaftspolitische Debatte entbrannt. Vor dem Hintergrund des Verbots Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche in Australien wird derzeit auch in Deutschland über die Einführung weitergehender Regulierungsmaßnahmen bis hin zu einem Verbot Sozialer Medien bis zu bestimmten Altersgrenzen diskutiert. Gleichzeitig werden Fragen nach der praktischen Umsetzbarkeit, der Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen sowie nach den Auswirkungen auf Teilhabe und Medienkompetenz kontrovers erörtert. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie auf Basis einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung die Einstellungen der Bevölkerung in Deutschland zu einem möglichen Verbot Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche.
Die Ergebnisse basieren auf einer im Auftrag des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) vom Marktforschungsinstitut Statista+ Research durchgeführten Befragung. Dazu wurden vom 15. bis zum 29. April 2026 2.500 internetnutzende Personen in Deutschland ab 16 Jahren online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland gewichtet. Zusätzlich wurden im Rahmen der Befragung auch 891 in Bayern lebende Personen ab 16 Jahren online befragt, sodass auch nach Alter und Geschlecht repräsentativ gewichtet Ergebnisse für Bayern im Vergleich zu Deutschland vorliegen (siehe auch Anhang der Studie).
In Deutschland ist eine breite Mehrheit der Bevölkerung für ein Verbot von Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Mit steigender Altersgrenze nimmt die Zustimmung für ein Verbot jedoch ab. Verschiedene sozidemografische Merkmale stehen kaum im Zusammenhang mit der Einstellung zu einem Verbot. Gleichzeitig geht jedoch ebenso eine Mehrheit davon aus, dass ein Verbot nicht verhindern können wird, dass Kinder und Jugendliche auch tatsächlich keine Sozialen Medien mehr nutzen.
Gefragt nach spezifischen Plattformen, die von einem Nutzungsverbot betroffen sein sollten, wurden TikTok, Instagram und Facebook am häufigsten genannt, YouTube und WhatsApp am seltensten. Zu beachten ist dabei jedoch auch, dass sich der Bekanntheitsgrad der jeweiligen Plattform und ihrer Funktionen in der Beurteilung niederschlagen kann.
Auch für eine Klarnamenpflicht in Sozialen Medien findet sich in der Bevölkerung in Deutschland eine klare Mehrheit. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zustimmung zu und auch unter Eltern und Personen, die keine Sozialen Medien nutzen, ist die Zustimmung zu einer Klarnamenpflicht geringfügig höher, als unter Kinderlosen bzw. Nutzenden Sozialer Medien.
Die Studie gibt wichtige Einblicke in die Ansichten der Bevölkerung und bildet damit eine Grundlage für die aktuelle gesellschaftspolitische Debatte über ein mögliches Verbot von Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche.







