Das Institut der deutschen Wirtschaft hat im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft den Stand der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland untersucht. Die Auswertung zeigt, dass der Fortschritt deutlich hinter den Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes zurückbleibt: Anfang 2025 waren nur 196 von 575 staatlichen Leistungen flächendeckend digital verfügbar. Während einzelne Länder wie Hamburg oder Bayern vergleichsweise weit sind, würden Nachzügler bei gleichbleibendem Tempo noch mehr als ein Jahrzehnt für die vollständige Umsetzung benötigen.
Im EU-Vergleich liegt Deutschland insgesamt im unteren Mittelfeld, bei vorausgefüllten Formularen sogar auf dem vorletzten Rang. Fehlende Registerverknüpfungen, komplexe Rechtslagen und langsame Modernisierung bremsen den Ausbau, während die Zahl der Vorschriften weiter steigt und den Bürokratieabbau behindert.
Die Studienautoren warnen, dass die unzureichende Digitalisierung auch die Wirtschaft hemmt und regionale Unterschiede verstärkt. Empfohlen wird eine stärkere Koordinierungsrolle des Bundes, verbindliche Fristen, digitaltaugliche Gesetze, eine schnellere Registermodernisierung sowie einheitliche Portale und sichere E-IDs.
Problemkind Verwaltungsdigitalisierung
E-Government bleibt hinter Zielen zurück – Bürokratieabbau und Modernisierung stocken.
Veröffentlicht: 2025Herausgeber: Institut der deutschen Wirtschaft


