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Weiterhin sinkendes Staatsvertrauen in Deutschland

Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wünschen sich mehr digitale Verwaltungsangebote. Die Umsetzung vom Staat bleibt aber hinter den Erwartungen zurück.

bidt Themenmonitor

Der seit 2010 jährlich erscheinende eGovernment MONITOR der Initiative D21, dieses Jahr in Kooperation mit der Technischen Universität München, untersucht wie digitale öffentliche Dienste in Deutschland, Österreich und der Schweiz genutzt und bewertet werden. Dafür wurden in Deutschland 8.058 Personen ab 16 Jahren online befragt, in Österreich und der Schweiz waren es jeweils 1.000.

Die Studie zeigt, dass das Vertrauen in staatliche Institutionen in Deutschland seit Jahren kontinuierlich sinkt. Nur ein Drittel der Bevölkerung gibt 2025 an, großes Staatsvertrauen zu haben. Eine zentrale Rolle spielt dabei die fehlende Umsetzung von digitalen Verwaltungsangeboten, welche die Leistungsfähigkeit des Staates in Frage stellen. Werden digitale Verwaltungsangebote umgesetzt und als schnell, transparent und nutzerfreundlich wahrgenommen, stärken sie hingegen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Leistungsfähigkeit und Legitimität des Staates.

In Deutschland geben nur 15 % an, dass ihre Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung erfüllt werden (Österreich: 36 %, Schweiz: 46 %), während ein Drittel der Bevölkerung davon überzeugt ist, dass zukünftig eine rein digitale Verwaltung unabdingbar ist.

Gleichzeitig verdeutlicht die Digitale Nutzungslücke das ungenutzte Potenzial von bereits bestehenden E-Government-Angeboten. In den vergangenen zwei Jahren war bei nahezu allen Verwaltungsleistungen ein leichter Anstieg der digitalen Nutzung zu beobachten, dennoch bleibt die Nutzungslücke in 2025 hoch: In Deutschland erledigt weiterhin rund ein Drittel der Bevölkerung behördliche Anliegen überwiegend auf analogem Weg.

Während der Online-Ausweis von lediglich einem Viertel der Deutschen genutzt wird, verdeutlicht die elektronische Patientenakte (ePA) die grundlegende Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber digitalen Angeboten. 72 % der Bürgerinnen und Bürger wären grundsätzlich bereit die ePA zu nutzen, 15 % hingegen nicht. Dennoch bleibt die Nutzung mit 13 % eher gering. Bedenken bezüglich der eigenen Transparenz, der Datensicherheit sowie Scheu vor dem eigenen Aufwand bremsen die Nutzung. Die Daten verdeutlichen, dass technische Weiterentwicklung allein nicht ausreicht. Die Autorinnen und Autoren der Studie schlagen vor, dass digitale Verwaltungsangebote stärker an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet, gut kommuniziert und in den Alltag integriert werden müssen. Darüber hinaus brauche es umfassende Digitalstrategien, die nicht nur Angebote bündeln, sondern diese auch kontinuierlich weiterentwickeln und technologische Innovationen miteinbeziehen.