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Hohe Nachfrage nach Datenkompetenzen

Die steigende Nachfrage nach Datenkompetenzen auf dem deutschen Arbeitsmarkt kann aufgrund des Fachkräftemangels nur unzureichend gedeckt werden.

In der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts sind Daten zu einer zentralen Ressource geworden. Insbesondere die Optimierung von Prozessen und Lieferketten sowie die Analyse von Kundenanforderungen machen die Beschaffung, Analyse, Organisation und Aufbereitung von Daten erforderlich. Weiterhin spielen Daten sowie datengetriebene Methoden eine bedeutende Rolle als Ware bzw. Dienstleistung und Geschäftsmodell.

Entsprechend groß ist der Bedarf an Arbeitskräften mit Fähigkeiten in Bezug auf die Sammlung, Analyse und Nutzbarmachung von Daten. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft untersucht nun die branchenspezifische Nachfrage an datenbezogenen Kompetenzen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zu diesem Zweck wurden 4,5 Millionen Online-Stellenanzeigen aus dem Jahr 2022 anhand eines Machine Learning-Modells klassifiziert.

Der so ermittelte Anteil von datenbezogenen Stellenanzeigen an allen Stellenanzeigen beträgt 21,3 %. In einer früheren Erhebung aus dem Jahr 2019 waren es lediglich 17,4 %. Nach Branchen unterteilt ergibt sich ein sehr heterogenes Bild: Mit Abstand am höchsten ist der Anteil an Stellenanzeigen, die hohe Datenkompetenzen erfordern, mit 48,0 % im IKT Sektor, gefolgt vom Bereich Geschäftsdienstleistungen mit 34,4 % und dem Automobilsektor mit 33,5 %. Schlusslicht ist die Tourismusbranche mit nur 6,5 % datenbezogenen Stellenanzeigen.

Aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels stellt die steigende Nachfrage nach Mitarbeitenden mit hohen datenbezogenen Qualifikationen eine Herausforderung für Unternehmen in der Transformation hin zur Datenwirtschaft dar. Um dieses Problem abzumildern, schlägt die Studie konkrete Politikmaßnahmen zur Erleichterung der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte sowie eine Verbesserung des Angebots an datenspezifischen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten vor.