Die Studie untersucht am Beispiel von OneTutor, einem generativen KI-Tool, die Nutzung generativer KI in der Hochschullehre und analysiert die Erfahrungen von Dozierenden und Studierenden. Dabei werden beispielsweise der subjektiv wahrgenommene Lernerfolg der Studierenden sowie die Erfahrungen mit dem Tool für verschiedene Nutzungszwecke betrachtet. Grundlage der Studie sind Befragungs- sowie Nutzungsdaten von OneTutor von Studierenden und Dozierenden aus dem Sommersemester 2025 an zehn Universitäten und Hochschulen in Bayern, die an einem Pilotprojekt zur Ausrollung von OneTutor teilnehmen. Studierende wurden dabei sowohl innerhalb des Tools OneTutor als auch in den betreffenden Lehrveranstaltungen außerhalb des Tools befragt. Mit letzterer Befragung, der sogenannten Classroombefragung, konnten Daten sowohl von Nutzenden als auch Nichtnutzenden des Tools erhoben werden. Ergänzend wurden darüber hinaus Dozierende zu ihren Erfahrungen mit dem Einsatz von OneTutor in der Lehre befragt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Ergebnisse zeigen, dass OneTutor von Dozierenden überwiegend positiv wahrgenommen wird. So wird der Einsatz des KI-Tools in der Lehre häufig als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Lehrmethoden angesehen. Dies gilt trotz der Wahrnehmung, dass der Einsatz zumindest aktuell bei der erstmaligen Verwendung in der Lehrveranstaltung mit einem gewissen Mehraufwand einhergeht.
Bei den Studierenden sieht eine breite Mehrheit der OneTutor-Nutzenden das Tool als eine hilfreiche Lernmöglichkeit zur Prüfungsvorbereitung. Darüber hinaus bewertet in der Regel eine breite Mehrheit von Studierenden verschiedene Aspekte des Lernens mit OneTutor als positiv.
Quiz- und Chatfunktion des KI-Tools werden unterschiedlich genutzt, insbesondere die Quizfunktion scheint von Studierenden konzentriert v. a. für die Prüfungsvorbereitung eingesetzt zu werden.
Studierende, die OneTutor nicht nutzen, tun dies in erster Linie aufgrund persönlicher Lernpräferenzen für andere Lernmethoden, sind aber in der Regel nicht grundsätzlich generativer KI gegenüber abgeneigt.
Nach der eigenen Entscheidung der Studierenden zur Nutzung oder Nichtnutzung von OneTutor in den Lehrveranstaltungen, entsprechend dem nicht-experimentellen Forschungsdesign, lassen sich mit den vorliegenden Daten keine Unterschiede bezüglich des subjektiv wahrgenommenen Lernerfolgs zwischen Häufignutzenden, Wenignutzenden und Nichtnutzenden von OneTutor feststellen. Zusammen mit den festgestellten positiven Effekten auf den Lernerfolg durch OneTutor für nutzende Studierende deuten die Ergebnisse damit bisher in die folgende Richtung: Studierende, welche OneTutor nutzen, erzielen positive Lerneffekte durch das Tool, jedoch können auch Studierende, die andere Präferenzen haben und OneTutor nicht nutzen, ähnliche Lernerfolge mit anderen Lernmethoden erzielen. Zudem scheint OneTutor allgemein eher als ergänzendes und nicht als neues zentrales Lernangebot wahrgenommen und genutzt zu werden. So berichten z. B. viele Studierende, dass sie neben OneTutor auch andere generative KI-Systeme zum Lernen für die Lehrveranstaltung verwenden.
Einschränkend auf die Ergebnisse und deren Interpretation wirkt sich das Forschungsdesign aus, welches keinen experimentellen Charakter aufweist, sondern Studierenden als auch Dozierenden die Selbstselektion der OneTutor-Nutzung überlässt. Zudem konnten aus Datenschutzgründen keine objektiven Lernerfolgsdaten zugespielt werden. Einschränkend kommt ferner hinzu, dass aufgrund der erreichten Fallzahlen, einer Konzentration der Surveydaten auf einige wenige Kurse sowie einer weiteren Selbstselektion in die Befragungen eine Verallgemeinerung der Ergebnisse oder ein umfassender Vergleich beispielsweise zwischen Fächergruppen nicht möglich ist.






