Egal ob Hausaufgaben, Referate oder Hausarbeiten: Generative KI liefert Schülerinnen, Schülern und Studierenden in Sekundenschnelle Ergebnisse. In einem Beitrag von ZDF „heute“ sowie in einer ARTE-Dokumentation erklärt Professorin Ute Schmid, Mitglied im bidt Direktorium, was das für Schule und Hochschule bedeutet. Außerdem schätzt sie in zwei weiteren Beiträgen die Chancen und Risiken von KI ein.
KI an der Uni?
KI lässt sich im Studienalltag vielseitig einsetzen – von der Recherche über das Zusammenfassen von Inhalten bis hin zur Formulierung eigener Texte. Doch was bedeutet das für den akademischen Betrieb? Dieser Frage geht der Beitrag „KI an der Uni?“ in der ZDF-„heute“-Sendung vom 25. Oktober 2026 nach.
Wie mit KI, vor allem in Bezug auf Prüfungsleistungen, umgegangen wird, variiert oft von Kurs zu Kurs und erfordert Umdenken. Während rund die Hälfte der Studierenden künstliche Intelligenz täglich benutzt, zeigt sich bei Dozierenden hingegen einn differenziertes Bild: Einige lehnen ihren Einsatz ab, während andere wiederum KI zunehmend integrieren. Zu den Anforderungen an ihre Studierenden sagt Ute Schmid:
Unsere Studierenden dürfen ihre Unterlagen komplett mit in die Prüfung nehmen. Aber in der Prüfungssituation der Klausur ist kein Zugang zum Internet – und damit Chatbots – erlaubt.
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Entscheidend ist für sie, dass Prüfungen durch eigene Leistung abgelegt werden, KI im Lernprozess aber durchaus als Unterstützung dienen kann.
KI im Klassenzimmer: Lern-Turbo oder Denk-Bremse?
Nicht nur an Unis, sondern auch in der Schule stellen sich ähnliche Fragen. Die ARTE-Dokumentation „Lernen der Zukunft: Macht KI in der Schule dumm?“ zeigt, dass Jugendliche überall in Europa KI-Anwendungen wie ChatGPT nutzen – während Lehrkräfte und Bildungssysteme noch dabei sind, ihre Rolle im KI-Zeitalter neu zu definieren. Ute Schmid kommt dabei als eine der deutschen Expertinnen zu Wort und fordert unter anderem die Abschaffung von Hausaufgaben.
In Estland wird die Nutzung von Chatbots nicht nur gefordert, sondern auch gefördert: dank einer Kooperation mit OpenAI und einer dadurch für den Schulbetrieb optimierten Version von ChatGPT. Schülerinnen und Schüler können so mit ihrer eigenen digitalen Lehrkraft arbeiten, die nicht nur schnell Antworten liefert, sondern auch zum aktiven Mitdenken bewegt. Auch für Deutschland befürwortet Schmid ein personalisiertes Lernen mit KI – etwa ab der fünften Jahrgangsstufe.
Künstliche Intelligenz hat jedoch bereits einen sehr realen Einfluss auf den Unterricht, was auch die Professorin bestätigt. Es seien nicht nur beispielsweise fehlerhaft generierte Arbeitsblätter im Umlauf, Schmid warnt auch davor, dass KI Schülerinnen und Schüler sogar „dümmer“ machen könnte:
So wie die aktuellen, sehr unkontrollierten und unregulierten Anwendungen sind, sehe ich da auch eine große Gefahr.
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Um negativen Entwicklungen zu entgegnen oder ihnen von vornherein vorzubeugen, müssten Schulen „AI-ready“ gemacht werden. Für Schmid bedeutet das eine grundsätziche Änderung der Struktur des Bildungsangebots. Dies solle die Abschaffung von Hausaufgaben beinhalten sowie Ganztagsschulen mit individualisiertem Lernen und insbesondere verschlankte Lehrpläne. Denn diese hätten bisher das Verständnis von Zusammenhängen, den Problemlösetransfer und zudem die Reflexion zu kurz kommen lassen.
Ob KI das Lernen fördert, hängt nicht allein von der Technik ab. Es kommt auch auf die Kompetenzen an, die Lehrkräfte vermitteln, und die Rahmenbedingungen, die Schulen für einen reflektierten Umgang mit künstlicher Intelligenz schaffen.
KI verstehen, nicht verbannen
Diese Haltung vertrat Schmid auch beim Kortizes-Symposium Anfang Oktober im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, über das der Humanistische Pressedienst (hpd) berichtete.
Anstatt KI aus den Schulen zu verbannen und sich gar vor ihr zu fürchten, müsse ein Grundverständnis für die Konzepte und Methoden vermittelt werden. Hierfür sei das Bildungssystem aktuell aber noch nicht auf der Höhe der technischen Entwicklung. Ihr Fazit lautet:
Wichtig ist es zu erfahren, dass Selbstlernen etwas Gutes ist.
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Auch die Debatte über vermeintliche Bedrohungen durch künstliche Intelligenz ordnete die Informatikerin ein. Gefährlich seien nicht die KI-Modelle selbst, sondern die Geschäftsmodelle und -praktiken dahinter. Darin sieht sie aber eine Chance für Europa und dessen humanistisches Menschenbild.
Plädoyer für mehr Transparenz
Um Risiken von KI geht es auch im Interview mit Alexander Jungkunz in den „Nürnberger Nachrichten“. Dort äußert sich Schmid über die Forderung, die KI-Entwicklung zu pausieren, um Gefahren einzudämmen. Statt Angst zu schüren, plädiert sie für mehr Transparenz.
KI ist in Schule und Hochschule längst angekommen – sei es bei Hausaufgaben, Referaten oder Hausarbeiten. Offen ist, wie man richtig mit ihr umgeht.
Ute Schmid macht in allen Beiträgen klar: Wer versteht, wie künstliche Intelligenz funktioniert, kann sie gezielt als Werkzeug nutzen und ihre Ergebnisse kritisch prüfen. Voraussetzung dafür ist KI-Kompetenz bei Lernenden wie Lehrenden. So kann künstliche Intelligenz das eigene Denken fördern, statt es zu ersetzen.
Zu den Beiträgen
ZDF heute
Arte-Dokumentation
HUmanistischer pressedienst
Nürnberger Nachrichten (Bezahl-Inhalt)




