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KI in IT und Engineering (KI-TE)

Das Projekt untersucht, wie KI den Arbeitsalltag in der Softwareentwicklung und Programmierung in IT und Engineering verändert. Auf Basis qualitativer und standardisierter Befragungen analysiert es den Einsatz von KI-Tools sowie deren Auswirkungen auf Arbeitsprozesse, Tätigkeitsprofile und professionelle Anforderungen.

Projektbeschreibung

Softwareentwicklung und Programmierung gilt als ein zentrales Anwendungsfeld und zugleich als Vorreiter bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). Der zunehmende Einsatz von KI-Tools verändert dabei gegenwärtig sowohl die technischen als auch die sozialen Dimensionen dieses Berufs- und Tätigkeitsfelds. KI-gestützte Tools zur Code-Generierung, Analyse, Dokumentation oder Debugging versprechen teils enorme Effizienzgewinne und neue Formen der Automatisierung. Diese Entwicklung stellt jedoch etablierte Arbeitsweisen, Kompetenzprofile und das professionelle Selbstverständnis grundlegend infrage. 

Während viele Studien Produktivitätsgewinne durch den Einsatz von KI in der Softwareentwicklung betonen, zeigen andere widersprüchliche Effekte und neue Formen von Arbeitsbelastung, die sich auch mit den Erfahrungen in der Praxis decken. Neben Effizienzsteigerungen entstehen neue Aufwände, etwa durch die Interaktion mit KI-Systemen, die Überprüfung von Ergebnissen oder veränderte Koordinationsprozesse. Zugleich bleibt bislang weitgehend unklar, wofür KI in der Softwareentwicklung und Programmierung konkret eingesetzt wird, welche Tools in welchem Umfang wirklich im Praxiseinsatz ankommen, wie sich dadurch Arbeitspraktiken, Arbeitsprozesse und Tätigkeitsprofile verändern und welche Auswirkungen dies auf Produktivität, Arbeitsqualität und professionelle Identitäten hat.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt „KI in IT und Engineering“ (KI-TE) die Transformation von Arbeit in der Softwareentwicklung und angrenzenden Engineering-Bereichen. Im Zentrum stehen Fragen danach, wie KI-Technologien tatsächlich eingesetzt werden und wie sich der Einsatz auf konkrete Arbeitspraktiken, Arbeitsprozesse und Arbeitskontexte – etwa Zusammenarbeit, Wissensaustausch oder die Einbettung von Entwicklungsarbeit in organisationale Kontexte – auswirkt. Ein besonderes Augenmerk gilt der sich wandelnden Arbeitsteilung zwischen Mensch und KI sowie den daraus entstehenden Spannungsfeldern zwischen Automatisierung und Kontrolle, Effizienz und Qualität sowie Unterstützung und Substitution.

Das Vorhaben ist als Mixed-Method-Studie konzipiert: Qualitative Interviews werden verschränkt mit einer quantitativen Onlineerhebung in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Beschäftigten in den Bereichen IT und Engineering, die mindestens 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Programmierung beziehungsweise Softwareentwicklung verbringen. Durch eine differenzierte Analyse sollen Verbreitung, Nutzung, wahrgenommene und tatsächliche Auswirkungen von KI-Tools systematisch erfasst werden. Ziel ist es, ein differenziertes empirisches Bild des KI-Einsatzes zu gewinnen, das konkrete Nutzungsmuster ebenso sichtbar macht wie Veränderungen von Arbeitsprozessen, Tätigkeitsprofilen und Anforderungen. 

Mit den Erkenntnissen aus den Befragungen leistet „KI-TE“ einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis der Transformation von Wissensarbeit durch und mit KI. Die Ergebnisse liefern nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch praxisnahe Orientierung für Unternehmen, Beschäftigte und Entscheidungsträgerinnen und -träger, die den Einsatz von KI in IT und Engineering reflektiert und verantwortungsvoll gestalten wollen.

Projektteam

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer

Vorsitzende im bidt-Direktorium und Mitglied im Geschäftsleitenden Ausschuss | Lehrstuhlinhaberin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik, Arbeit, Gesellschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

PD Dr. Angela Graf

Stabsstelle Forschung, Forschungskoordinatorin „Wirtschaft und Arbeit“, Projektleiterin, bidt

Dr. Marco Blank

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, FAU Erlangen-Nürnberg