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Entwicklung eines KI-gestützten Gesprächstrainings zur Förderung demokratischen Austausches (DemocraGPT)

DemocraGPT entwickelt ein evidenzbasiertes, LLM-gestütztes Gesprächstraining, das die Bereitschaft und Fähigkeit zu herausfordernden politischen Gesprächen stärken soll. Durch die Verbindung kommunikations- und politikwissenschaftlicher Forschung mit KI-Design sowie die empirische Evaluation und öffentliche Bereitstellung des Tools will das Projekt die demokratische Gesprächsbereitschaft und -fähigkeit fördern.

Projektbeschreibung

Politische Gespräche sind ein Grundpfeiler demokratischer Verständigung. In einem Klima, das von moralisierten Debatten, Erwartungen sozialer Sanktionen und wahrgenommenen Einschränkungen der Meinungsfreiheit geprägt ist, ziehen sich jedoch immer mehr Menschen aus politischen Diskursen zurück – insbesondere aus herausfordernden Gesprächen über schwierige Themen. Dies gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft und langfristig die Legitimität demokratischer Prozesse.

Das Konsortialprojekt DemocraGPT untersucht, welches Potenzial Large Language Models (LLMs) besitzen, die Bereitschaft und Fähigkeit zu herausfordernden politischen Gesprächen zu stärken. Das Projekt geht davon aus, dass dysfunktionale psychologische Reaktanz – also Widerstand gegen wahrgenommene Bevormundung – eine zentrale Hürde für gelingende Dialoge ist. Darauf aufbauend entwickelt das Projekt ein KI-gestütztes Gesprächstraining, das Menschen für typische Reaktanzmuster sensibilisiert, wirksame Gesprächsstrategien vermittelt und die Fähigkeit fördert, Ambiguität und Konfliktspannung konstruktiv auszuhalten.

In einem interdisziplinären Verbund von Kommunikations- und Politikwissenschaft, Sozialpsychologie und Informatik entstehen (1) eine Meta-Analyse wirksamer Gesprächsstrategien, (2) ein innovatives, LLM-basiertes Trainingssystem mit speziell trainierten Reaktanz-Archetypen, (3) eine groß angelegte Panelstudie zur empirischen Evaluation dieser Trainingsumgebung und (4) eine öffentlich nutzbare und evaluierte Version dieser Trainingsumgebung.

Diese Trainingsumgebung soll text- und sprachbasierte Interaktionen, automatisiertes Feedback, Gamification-Elemente und eine datensouveräne LLM-Infrastruktur kombinieren. Ziel von DemocraGPT ist es, wissenschaftlich fundierte Werkzeuge zu schaffen, die Menschen dabei unterstützen, politische Differenzen empathisch, tolerant und weniger reaktant zu verhandeln, und damit einen Beitrag zur Stärkung demokratischer Gesprächskultur leisten.

Projektteam

Prof. Dr. Carsten Reinemann

Professor für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt politische Kommunikation, Institutsdirektor, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung | Ludwig-Maximilians-Universität München

Dr. Lara Kobilke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung | Ludwig-Maximilians-Universität München

Katharina V. Hajek

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. Alexander Wuttke

Professor für Digitalisierung und Politisches Verhalten, Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. Jürgen Pfeffer

Inhaber des Lehrstuhls für Computational Social Science, School of Social Sciences and Technology | Technische Universität München

Daniel Matter

Doktorand am Lehrstuhl für Computational Social Science und Big Data, Technische Universität München