Forschungsprojekt

Digitale Transformation von Automobilherstellern – eine Frage der Identität

Das Projekt erforscht den Wandel der organisationalen Identität von Automobilherstellern im Zuge der digitalen Transformation.

Projektbeschreibung
Projektteam

Projektbeschreibung

Digitale Technologien haben das Potenzial, einzelne Unternehmen und gesamte Branchen grundlegend zu verändern. Im Automobilsektor eröffnen sie beispielsweise Möglichkeiten für ganz neue Produkte, Geschäftsmodelle und Formen der Zusammenarbeit. Immer häufiger wird proklamiert, dass sie sich vom „klassischen Autobauer“ zu einem „softwarezentrierten Tech-Unternehmen“ wandeln müssen. Für etablierte Traditionsunternehmen stellt sich zunehmend die Frage: „Wer oder was wollen wir in Zukunft sein?“. Das Selbstverständnis der Unternehmen prägt nicht nur das Image in der Öffentlichkeit, sondern beeinflusst auch die Identität und das Handeln der Organisationsmitglieder. Digitale Transformation wirft somit die Frage nach der eigenen organisationalen Identität auf und trifft den zentralen Nerv von Unternehmen.

Die Frage der künftigen organisationalen Identität lässt sich allerdings nur vor dem Hintergrund des bisherigen und aktuellen Selbstverständnisses bearbeiten. Und sie lässt sich nicht ausschließlich in den Büros der Führungsetage beantworten. Vielmehr wird organisationale Identität erst als komplexes Zusammenspiel zwischen Individuum, Gruppe und Organisation, sowie zwischen Struktur und Handeln verstehbar und steht im Spannungsverhältnis von Persistenz und Veränderung sowie von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Unternehmensidentität ist zudem eng mit der Organisationskultur sowie mit der Unternehmensstrategie verknüpft und spielt eine wichtige Rolle für digitale Transformationsprozesse.

Das Projekt verfolgt einen interdisziplinären Forschungsansatz, der Perspektiven aus Soziologie und Wirtschaftswissenschaften integriert. Übergeordnetes Ziel ist, ein tieferes Verständnis der beschriebenen, nicht selten widersprüchlichen, asynchronen und friktionellen Transformationsdynamiken zu erlangen und daraus Gestaltungsspielräume für Unternehmen abzuleiten. Das Projektteam geht der Frage nach, wie digitale Transformationsprozesse die organisationale Identität von Automobilherstellern verändern, und untersucht in diesem Zusammenhang, wie Unternehmen diese Spannungsverhältnisse auf unterschiedlichen Ebenen verarbeiten. Ein Fokus des Projekts liegt auf der Identifikation von Quellen für Resistenzen und Oppositionen sowie auf möglichen Hebeln für die aktive Gestaltbarkeit der digitalen Transformation.

Das Projekt will nicht nur zu einem tieferen wissenschaftlichen Verständnis der digitalen Transformation von Organisationen beitragen, sondern auch Orientierungswissen für eine aktive Gestaltung digitaler Transformationsprozesse in der Praxis liefern – für die Automobilindustrie und darüber hinaus.

Projektteam

Porträtfoto von Prof. Thomas Hess, bidt-Direktorium
Prof. Dr. Thomas Hess
Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der LMU, Mitglied im bidt-Direktorium
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PD Dr. Angela Graf
Projektleiterin in der Abteilung Forschung am bidt
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Lea Müller
Wissenschaftliche Referentin in der Abteilung Forschung am bidt
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Fabian Zimmer
Wissenschaftlicher Referent in der Abteilung Forschung am bidt
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