Projektbeschreibung
Digitale Transformation von Organisationen beschränkt sich nicht nur auf die Einführung neuer digitaler Technologien. Sie verändert etablierte Prozesse, Strukturen und Routinen grundlegend und damit auch die Art der Zusammenarbeit. Eine solch tiefgreifende Veränderung lässt sich nicht allein durch hierarchische Planungsprozesse bewältigen. Ihr Erfolg hängt vielmehr davon ab, Beschäftigte aktiv einzubinden, da diese nicht nur passiv von der Transformation betroffen sind, sondern diese maßgeblich mitgestalten.
Doch obwohl Partizipation als zentraler Erfolgsfaktor digitaler Transformation gilt, bleibt offen, wie diese gelingen kann. Insbesondere agile, projektbasierte Arbeits- und Organisationsformen verlagern Beteiligung zunehmend in den unmittelbaren Arbeitsprozess. Sie versprechen zwar mehr Mitgestaltung, gehen jedoch häufig mit Belastungen und widersprüchlichen Erwartungen einher. Zugleich berühren sie Fragen der Regulierung von Arbeitsbedingungen sowie der Qualifizierung, bleiben jedoch bislang vielfach außerhalb des unmittelbaren Gestaltungsbereichs von Betriebsräten.
Das Forschungsprojekt kombiniert arbeits- und industriesoziologische mit organisationssoziologischen Perspektiven und untersucht, wie sich direkte Partizipation und betriebliche Mitbestimmung im Zuge der digitalen Transformation verändern und inwiefern sie zusammenspielen. Der Fokus liegt dabei auf klassischen Engineering-Unternehmen, da deren etablierte Organisationsstrukturen und ausgeprägte Ingenieurskultur durch die digitale Transformation besonders herausgefordert werden.
Im Zentrum steht die Frage, wie Beschäftigte, Management und betriebliche Interessenvertretungen mit neuen Arbeits- und Beteiligungsformen umgehen und welche Spannungsfelder dabei entstehen. Darüber hinaus wird analysiert, wie sich Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsspielräume in diesem Kontext verändern und welche Erwartungen die beteiligten Akteursgruppen aneinander richten. Ein besonderes Interesse gilt den Kompetenzen, die künftig erforderlich sind, um digitale Transformationsprozesse gemeinsam und nachhaltig zu gestalten.
Zur Beantwortung dieser Fragen verbindet das Projekt qualitative Fallstudien in klassischen Engineering-Unternehmen mit einer standardisierten Befragung von Betriebsräten und Führungskräften. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Governance digitaler Transformation zu gewinnen und zugleich fundierte Erkenntnisse für ihre partizipative Gestaltung bereitzustellen.
Gefördert durch:

Projektteam

