sustAInability

Prof. Dr. Stefan Wurster, Technische Universität München

Nachhaltigkeit und Digitalisierung stehen als maßgebliche gesellschaftliche Transformationen im Zentrum wissenschaftlicher und politischer Debatten. Insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) rückt dabei immer weiter in den Fokus, durchdringt mehr und mehr Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens und wird auch zunehmend Teil von Nachhaltigkeitsdebatten. Einerseits entstehen durch KI-gestützte Technologien vielseitige Chancen für mehr Nachhaltigkeit, etwa bei der Energiewende oder in der Landwirtschaft. Andererseits birgt KI auch viele Risiken und Herausforderungen für Umwelt und Gesellschaft: angefangen bei dem hohen Energieverbrauch und der CO2-Bilanz von Machine Learning Systemen, bis hin zu automatisierter Diskriminierung. Es wird immer deutlicher, dass Technologieentwicklung, die das aus dem Silicon Valley stammende Motto „move fast and break things“ verfolgt, zu kurz greift nicht mehr zeitgemäß ist und selbst im Silicon Valley zunehmend kritisch hinterfragt wird. Nachhaltigkeit als zentrales, politisches und gesellschaftliches Ziel kann hingegen als Orientierungsrahmen für eine verantwortungsvolle Entwicklung von KI-Technologien sowie als Kompass für ihren Einsatz dienen. Damit dies gelingen kann, sind sowohl gesellschaftswissenschaftliche, als auch technische Perspektiven notwendig. Für Hochschulen – aber auch andere Institutionen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft – bedeutet dies, dass verstärkt disziplinäre Grenzen durchbrochen und interdisziplinäre Lehr-Lernangebote geschaffen werden müssen. Ein solches Angebot ist das Digitalisierungskolleg „sustAInability“, in dem die Studierenden in einer Selbstlernphase und Seminareinheiten dem Thema KI unter verschiedenen Nachhaltigkeitsperspektiven annähern und anschließend in einer Workshopwoche selbst anwendungsorientierte technische und nicht-technische Lösungen im Kontext KI & Nachhaltigkeit entwickeln.