Über das bidt
INTERNATIONALE FORSCHUNG

Das bidt begrüßt erste Fellows

Vier internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen im Rahmen des Fellowship-Programms virtuell am bidt.

Wann und wie fällen Start-ups die Entscheidung, ob sie kooperieren oder etablierte Unternehmen angreifen?

(Foto: ISF)

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um Start des internationalen Fellowship-Programms im März 2021 begrüßt das bidt in der ersten Runde Dr. Oles Andriychuk, Professorin Ying Wang sowie Dr. Abdul Rohman. Professor Horst Eidenmüller wird ab Mai am Förderprogramm teilnehmen. Aufgrund der Coronapandemie findet das Programm zunächst nicht in Präsenz statt. Die Fellows werden ihre Forschungsvorhaben stattdessen in den kommenden sechs Monaten virtuell am Institut verfolgen.

Wir sind froh, auch in Pandemiezeiten hoch motivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unseren Formaten der Forschungsförderung gewinnen zu können. Besonders jetzt ist internationale Forschung zur digitalen Transformation wichtiger denn je, um ein interdisziplinäres Verständnis zu prägen und so Perspektiven zu eröffnen.

Dr. Sandra Selmanovic, Forschungskoordinatorin am bidt

Das bidt bietet mit dem international und interdisziplinär ausgerichteten Förderprogramm Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, von der Infrastruktur und den vielseitigen Aktivitäten des Instituts zu profitieren. Die Fellows erhalten z. B. die Möglichkeit, ihre Forschungsvorhaben zu präsentieren oder an Workshops, Paneldiskussionen und anderen internen wie öffentlichen bidt-Events mitzuwirken. Zudem besteht die Möglichkeit zur Veröffentlichung in den bidt-Publikationsreihen. Darüber hinaus werden die Senior Fellows im Rahmen eines Mentoring-Programms von Professor Eric Hilgendorf und Professor Julian Nida-Rümelin aus dem bidt-Direktorium unterstützt.

Dr. Oles Andriychuk (Senior Fellow)

  • Senior Lecturer in Competition and Internet Law, University of Strathclyde, Glasgow

  • Co-Director des Strathclyde Centre for Internet Law and Policy (SCILP)
  • Mitglied des Strathclyde Centre for Antitrust Law and Empirical Study (SCALES)

Forschungsschwerpunkt

Dr. Andriychuks Forschungsschwerpunkt liegt auf den philosophischen Aspekten des europäischen Wettbewerbsrechts. Er untersucht Phänomene der wirtschaftlichen Freiheit und des Wettbewerbs aus der Perspektive der Rechts-, Politik- und Moralphilosophie sowie des Wettbewerbsrechts und der digitalen Wirtschaft.

Forschungsschwerpunkt am bidt

Das Forschungsvorhaben von Dr. Andriychuk zielt darauf ab, methodische Grundlagen des EU-Wettbewerbsrechts, der Ökonomie und der Politik im Lichte der jüngsten Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Wirtschaft zu untersuchen und neu zu konzipieren. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern traditionelle Theorien des Wettbewerbsrechts die komplexe digitale Gesellschaft erklären können und angemessene konzeptionelle Antworten liefern auf die Herausforderungen, die durch das Aufkommen der digitalen Wirtschaft entstehen.

Prof. Dr. Horst Eidenmüller (Senior Fellow)

  • Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsrecht an der University of Oxford

  • Professorial Fellowship am St. Hugh’s College, Oxford
  • Gastpositionen an Universitäten wie Cambridge (2007), Harvard (2011), NYU (2013 und 2015), Stanford (2014), Columbia (2018) und Chicago (2019)

Forschungsschwerpunkt

Der Schwerpunkt von Professor Eidenmüllers Forschung liegt auf politischen Reaktionen auf COVID-19-induzierte finanzielle Notlagen von Millionen von Unternehmen weltweit und auf den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf das Recht und die Rechtspraxis.

Forschungsschwerpunkt am bidt

Professor Eidenmüller untersucht im Zuge des bidt Fellowships, wie KI das Recht und die Rechtspraxis beeinflusst sowie die Regulierung von KI-Anwendungen. Ziel des Vorhabens ist die Finalisierung des Sammelbandes Law by Algorithm (in Kooperation mit Professor Gerhard Wagner). Der Sammelband setzt sich vornehmlich mit grundlegenden, philosophischen Fragen, Verbraucherverträgen, der Haftung von Robotern, Auswirkungen auf die Unternehmensführung und Streitbeilegung auseinander.

Prof. Dr. Ying Wang (Senior Fellow)

  • Vizedirektorin des Instituts für Recht und Technologie der Renmin-Universität, Peking

  • Mitglied der Automobilkommission des China Association of Productivity Promotion Center (angegliedert an das Ministerium für Wissenschaft und Technologie)
  • Mitglied der Politik- und Gesetzgebungsgruppe Artificial Intelligence Industry Alliance der China Academy of Information and Communications Technology (CAICT)

Forschungsschwerpunkt

Professorin Wang ist spezialisiert auf normatives Strafrecht, komparatives Strafrecht und Wirtschaftsstrafrecht. Gegenwärtig forscht sie zu autonomem Fahren und sucht eine methodische Lösung für das Spannungsverhältnis zwischen traditionellem Haftungsregime und disruptiver technologischer Innovation, die sich in den Risikoszenarien der neuen Verkehrsrevolution widerspiegelt. Dabei interessiert sie besonders das Verhältnis von gesamtgesellschaftlichem Wohl und Interessenschutz des Einzelnen.

Forschungsschwerpunkt am bidt

Professorin Wang forscht im Rahmen des bidt Fellowships zu den rechtlichen Implikationen von autonomem Fahren. Im Zentrum steht eine komparatistische Auseinandersetzung mit den deutschen und chinesischen Gesetzesgrundlagen, verbunden mit der ethischen Fragestellung nach einer gesetzlich tolerierbaren Risikoquote: Wie sicher ist sicher genug?

Dr. Abdul Rohman (Junior Fellow)

  • Dozent an der School of Communication and Design der RMIT University Vietnam, Ho-Chi-Minh-Stadt

  • Seine Dissertation Framing, Friction, and the Continuity of Social Movements erhielt den Outstanding Dissertation Award der Activism, Communication, and Social Justice (ACSJ) Interest Group der International Communication Association
  • Gaststipendiat am Sydney Southeast Asia Research Centre der University of Sydney

Forschungsschwerpunkt

Dr. Rohman interessiert sich vorrangig für soziokulturelle Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien in Südostasien. Derzeit erforscht er die alltägliche Weitergabe von (Fehl-)Informationen sowie die technologiebedingte Marginalisierung von Menschen mit Behinderung.

Forschungsschwerpunkt am bidt

Dr. Rohman untersucht im Rahmen des bidt Junior Fellowships die Auswirkungen staatlich geförderter Hacking-, Gesichtserkennungs- und Überwachungstechnologien auf Aktivistinnen und Aktivisten in Südostasien. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, welche Infrastrukturen Aktivistinnen und Aktivisten schaffen, die es einer Bewegung ermöglichen, in einem soziotechnisch und kulturell feindlichen Ökosystem sicher (fort-)zubestehen.

29. März 2021

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